Bassisten sind im Jazz nahezu unverzichtbar. Sie liefern melodische Linien, sichern das harmonische Gerüst, geben den rhythmischen Puls. Doch wahrgenommen werden sie oft viel zu wenig. Johannes Ochsenbauer will das ändern. Natürlich ist auch er ein Jazzbassist.
| Ochsenbauer meets Sokal – Bass Player’s Delight |
Johannes Ochsenbauer, noch keine 30 Jahre alt, schlägt mit Bass Player’s Delight eine Bresche für seine großen Tiefton-Kollegen: Sieben hervorragende Kompositionen von vier wichtigen Bassisten hat er auf seinem Album versammelt. Natürlich ist Charles Mingus mit zwei Stücken vertreten, der mit seiner Musik die Brücke vom Cool zum Free Jazz schlug und rund 25 Jahre lang mit eigenen Bands wichtige Impulse gab. Natürlich ist Oscar Pettiford mit von der Partie, einer der Pioniere des Bebop, der 1958 als gefeierter Star nach Europa ging und hier zwei Jahre später starb (mit nur 37 Jahren). Ebenfalls mit zwei Stücken dabei ist Sam Jones, einer der gefragtesten Bass-Begleiter im Hardbop und Soul Jazz und auf etlichen Blue-Note- und Riverside-Sessions zu hören. Außerdem lieferte Ron McClure, der vielseitige Bassmann zwischen Rock und Jazz, seine Komposition „Nimbus“ und die Liner notes zur CD. Und Ochsenbauer selbst steuert das Stück „Brownin’“ bei – auch das eine Hommage an einen Bass-Kollegen, den unvergessenen Ray Brown.
Dennoch ist das kein basslastiges Nerd-Album, sondern schamlos swingende Combo-Lust: mit echten Fetzern – Mingus’ „Jump Monk“, Pettifords „Tricotism“, Ochsenbauers „Brownin’“ –, mit wundervollen, weitgehend unentdeckten Balladen – Mingus’ „Celia“, Pettifords „Tamalpais“, Sam Jones’ „Miss Morgan“ –, mit frechen, überraschenden Arrangements und mit einer Band aus vier Könnern. Um mal nicht vom Bass zu sprechen: Saxophonist Harry Sokal, einst Gründungsmitglied des Vienna Art Orchestra, zeigt einmal mehr, warum er 20 Jahre lang der bevorzugte Bläserpartner des großen Art Farmer war. Mainstream-Jazz von solcher Souveränität hört man nicht mehr oft in Europa. Und wenn dann noch ein originelles Albumkonzept so gelingt wie hier: Hoppla!
| Ochsenbauer meets Sokal – Bass Player’s Delight |
|---|
| Jump Monk Tamalpais Del Sasser Spring Can Really Hang You Up The Most / Little Waltz Tricotism Nimbus Celia Brownin’ Miss Morgan |
| Harry Sokal – Tenorsax, Sopransax Johannes Ochsenbauer – Bass Tizian Jost – Piano Michael Keul – Schlagzeug |
| jawo JAW 009 |
| TT: 58’10 |











