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Robert Plant – Band of Joy

09.10.2010  | von Harry Lachner
 
Nach dem Ende von Led Zeppelin trieb es Robert Plant von Projekt zu Projekt. Mehr oder weniger erfolglos – jedenfalls gemessen am Bekanntheitsgrad seiner alten Band. Erst mit Raising Sand, dem entspannt bodenständigen Album mit Alison Krauss, kam er wieder zu neuem Ruhm und Grammy-Ehren. Band of Joy steht dem in nichts nach.

Robert Plant – Band of Joy
Zurück zum Geist der frühen Jahre. Fröhlich müssen sie gewesen sein – wie sonst käme jemand auf die Idee, im tristen sechziger-Jahre-Grau seine Combo „Band of Joy“ zu taufen... So jedenfalls nannten sich jene Musiker, die Robert Plant um sich versammelt hatte, bevor er später mit Led Zeppelin abhob. Sie spielten Country und ein wenig Rockmusik – eben so ziemlich alles, was damals offenbar Spaß zu machen versprach. Den wollte er sich offenbar auch mit dieser Produktion gönnen – und die Freude ist ganz auf Seiten des Hörers. Es ist schon erstaunlich, welches Talent der Sänger besitzt, sich die unterschiedlichsten Songs zueigenzumachen. Egal, ob sie von Richard Thompson stammen, von Low, den Los Lobos oder aus dem Repertoire der Blues- und Country-Traditionals. Plant nutzt die vielfältigen Möglichkeiten seiner Stimme – vom aufgerauht Einschmeichelnden bis zur hypernervöser Nachdrücklichkeit. Ein Routinier ist er, aber nichts Routiniertes klingt in diesen Aufnahmen an. Mit erstaunlich frischer Intensität geleitet er uns durch ein Panorama vorwiegend US-amerikanischer Populärkultur, in der das Alltägliche und Archaische nahtlos ins strahlend Erhabene überleiten kann. Songs wie „Silver Rider“ inszeniert er als fast sakrales Breitleinwand-Epos mit wuchtigen, in Zeitlupe gesetzten Gitarrenakkorden. „Angel Dance“ wiederum verströmt die Hitzigkeit und Sorglosigkeit der mexikanischen Straßen-Gangs aus Los Angeles. Bei aller stilistischen Vielfalt bewahrt sich dieses Album eine souveräne Geschlossenheit. Denn hier kommt nicht nur Robert Plants große Kunst der Anverwandlung zum tragen – seine mit Patty Griffin und Buddy Miller prominent besetzte Band ist so blendend aufeinander eingespielt, folgt ihm traumwandlerisch sicher durch alle Stilvarianten, dass es eine schiere Freude ist. Eine wahrhaftige „Band of Joy“.

Robert Plant – Band of Joy
1 Angel Dance 3:48
2 House Of Cards 3:12
3 Central Two-O-Nine 2:47
4 Silver Rider 6:05
5 You Can't Buy My Love 3:09
6 Falling In Love Again 3:35
7 The Only Sound That Matters 3:42
8 Monkey 4:57
9 Cindy, I'll Marry You Someday 3:34
10 Harm's Swift Way 4:16
11 Satan Your Kingdom Must Come Down 4:12
12 Even This Shall Pass Away 4:02
Esperanza/Universal 2742241
Gesamtspielzeit: 47:39

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