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Fourteenth Statement From Birdland: Martin Wind New York Quartet

17.06.2011  | von Dirk Sommer
 
Das 13. Statement From Birdland dürfte keine schlechte Visitenkarte für sommelier du son gewesen sein: Bassist Martin Wind hat der Mitschnitt so gut gefallen, dass er uns erlaubte, auch den Auftritt seines Quartetts im Birdland für Sie aufzuzeichnen.

Die MBHO-Kapsel für die Abnahme des Basses ist so klein, dass sie am Schwanenhals nicht auffällt. Der mittelhohe Ständer mit Rundsockel findet auch auf der kleinen Bühne Platz
In der Trio-Formation hatte Martin Wind einen sogenannten Reisebass mit kleinerem Korpus gespielt, beim Konzert mit seinem Quartett bediente er einen ausgewachsenen Viersaiter. Und das hört man, wie ich meine. Doch bevor wir zu Details der Aufnahme kommen, hat Christian Wurm das Wort:



Martin Wind New York Quartet


Neuburg. Der Bassist Martin Wind, der erst kürzlich mit dem Don Friedman Trio im Club gastierte, kam dieses Mal mit seinem eigenen Ensemble nach Neuburg, das mit Bill Cunliffe am Piano, Scott Robinson an Saxophon und Cornett sowie mit Joe LaBarbera an den Drums hochkarätig besetzt war.

So war LaBarbera unter anderem Mitglied des letzten Bill Evans Trio, was auch schon zu den ersten beiden Stücken des Konzertes führt. Dem Opener „Gone With The Wind“, den das Quartett erst kürzlich auch zusammen mit einem Orchester auf einer Italientour spielte, folgt ein wunderbares Balladenmedley, bestehend aus „Tiffany“, „Emily“ und „Walz For Debby“. Nach einem einfühlsamen Pianointro übernimmt Scott Robinson mit einem zart geblasenen, ja fast gehauchten Saxophonspiel die Melodienführung, die von einer slidemäßig gespielten Bassbegleitung umrahmt wird.
Einer der Höhepunkte im ersten Teil des Konzertes ist „Remember Oktober 13th“ vom Martin Wind, in dem er neben seinen musikalischen, auch seine kompositorischen Fähigkeiten unter Beweis stellt. Beim frei improvisierten Intro zeigen die Musiker ihren enormen Einfallsreichtum; da zupft Wind seinen Bass schon mal ganz unten hinter dem Steg, und Robinson bläst sein Instrument ohne Mundstück, was diesem ungewöhnliche, flötenartige Geräusche entlockt. Erst dann setzt das eigentliche Thema, ein herrlich relaxter Blues, ein. Dass das Ensemble aber auch mal auf die Tube drücken kann, zeigt es bei „Get It“ einer weiteren Komposition von Wind a la James Brown, in dem das funky und sexy gespielte Saxophon ein regelrechtes Kribbeln in den Beinen erzeugt.

Auch im zweiten Teil des Konzertes überwiegen die etwas ruhigeren Stücke wie das fast suitenhafte „Theresia“ von Martin Wind oder „Nuages“ von Django Reinhardt, in dem der gestrichene Bass die Melodieführung übernimmt. Eine Ausnahme bildet das temporeiche „The Days Of Wine And Roses“, ein weiteres Stück von Bill Evans, zu dem Robinson am Cornett (auch auf diesem Instrument ein Könner) und Joe LaBarbera mit seinem Outro am Schlagzeug zwei großartige Soli beitragen.

Für die heftig erklatschte Zugabe haben sich die Musiker den Klassiker „Isfahan“ von Billy Strayhorn ausgesucht. Mit seinen sanften Saxophontönen und den hingetupften Pianotönen wirkt er wie ein zartes Gemälde, in das man sich vertiefen kann.

Christian Wurm


Der in Flensburg geborene und seit geraumer Zeit in New York lebende Bassist bezeichnet das Birdland als seine dritte Heimat. Das verspricht noch viele spannende Statements
Sollte Ihnen – wie mir – der Sound von Martin Winds Bass hier besser gefallen als bei der Trioaufnahme mit Don Friedman, liegt das nicht nur – wie oben erwähnt – an den verschiedenen Instrumenten. Es kam zwar dasselbe Mikrofon zu Einsatz, ein feines MBHO 603 A / KA 200 N, bei dem Kapsel und Verstärker entweder wie üblich zusammengesteckt oder auch nur durch ein Kabel verbunden betrieben werden können. Das Mikro respektive die Kapsel wurde aber an unterschiedlichen Stellen platziert: Beim Reisebass war die Kapsel an einem leichten Schwanenhals befestigt, der durch den Steg führte und unterhalb von diesem mit einer Gummihalterung von dpa an den beiden äußeren Saiten angeclipst wurde. Die Kapsel befand sich also zwischen den F-Löchern kurz unter dem Ende des Griffbretts, wo sie nicht nur die tiefen Töne, sondern auch Griff- und Saitengeräusche einfangen sollte. Dies darf meines Erachtens als durchaus gelungen bezeichnet werden.

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